Weiterbildung

Lehrgänge Schutz- und Sicherheitskraft

Welche Lehrgangsformate und Anbieter zur Geprüften Schutz- und Sicherheitskraft führen und wie du den passenden auswählst.

Der Weg zur Geprüften Schutz- und Sicherheitskraft führt über einen Lehrgang. Die Auswahl ist groß, und die Qualität der Anbieter unterscheidet sich deutlich. Diese Seite zeigt die gängigen Formate, die wichtigsten Anbietertypen und fünf Kriterien, mit denen du den passenden Lehrgang findest.

Die vier Formate

Vollzeitlehrgang. Drei bis fünf Monate täglicher Unterricht über 400 bis 600 Stunden. Häufig über Bildungsgutschein finanziert. Vorteil: kompakt, intensiv, hohe Bestehensquoten. Nachteil: Verdienstausfall oder Freistellung nötig.

Abendlehrgang. Zwei bis drei Abende pro Woche, meist 18 bis 21 Uhr, ergänzt durch Samstage. Dauer: acht bis zwölf Monate. Vorteil: Beruf und Fortbildung parallel. Nachteil: Lange Durststrecke.

Wochenendlehrgang. Samstagsunterricht, teilweise auch Freitagabende. Dauer: acht bis zwölf Monate. Vorteil: Wochentage bleiben frei. Nachteil: Wochenenden sind weitgehend belegt.

Fernlehrgang. Mit Selbstlernphasen, Online-Seminaren und einigen Präsenzblöcken. Dauer: acht bis achtzehn Monate. Vorteil: Flexibel und ortsunabhängig. Nachteil: Hoher Disziplinbedarf.

Die wichtigsten Anbietertypen

IHK-Bildungszentren. Die regional zuständige IHK oder ihre Bildungsgesellschaft bietet Lehrgänge an. Vorteil: Nähe zum Prüfungssystem. Nachteil: begrenzte Flexibilität bei Terminen.

Große private Bildungsträger. WBS Training, Dekra Akademie, Comcave, GFN, IBB. Breite Programme, viele Standorte, oft mit Bildungsgutschein kombinierbar. Vorteil: bundesweit verfügbar. Nachteil: teilweise weniger branchenspezifisch.

Branchenspezialisierte Schulen. BDSW-nahe Schulen, Schulungszentren der großen Sicherheitsdienstleister und spezialisierte Privatanbieter. Vorteil: Dozenten aus der Branche, praxisnahes Material.

Fernstudienanbieter. ILS, SGD, Hamburger Akademie, Studiengemeinschaft Darmstadt bieten Fernlehrgänge zur Vorbereitung auf die GSSK-Prüfung an.

Werkseigene Akademien. Große Sicherheitsdienstleister wie Securitas, Kötter oder Prosegur haben eigene Schulungszentren. Oft nur für eigene Mitarbeiter offen.

Fünf Kriterien für die Auswahl

Kriterium eins: Erfahrung mit dem Abschluss. Wie viele Teilnehmer hat der Anbieter durch die GSSK-Prüfung begleitet? Welche Bestehensquote? Fordere diese Zahlen bei der Informationsanfrage ausdrücklich an.

Kriterium zwei: Dozentenprofil. Kommen die Dozenten aus der Sicherheitsbranche – idealerweise mit operativer Erfahrung? Branchenkenntnis macht einen großen Unterschied.

Kriterium drei: Prüfungsvorbereitung. Gibt es gezielte Prüfungssimulationen, Altklausur-Bearbeitung, Rollenspiele für die mündliche Prüfung? Gute Anbieter planen die letzten Wochen besonders sorgfältig.

Kriterium vier: AZAV-Zertifizierung und Fördermöglichkeiten. Ist der Anbieter AZAV-zertifiziert (Voraussetzung für Bildungsgutschein)? Ist der Lehrgang Aufstiegs-BAföG-fähig?

Kriterium fünf: Kosten und Leistungspaket. Was ist in den Lehrgangsgebühren enthalten, was kommt dazu? Sind Prüfungsgebühren inkludiert? Gibt es Ratenzahlung?

Preisrahmen

Die Lehrgangskosten bewegen sich typischerweise zwischen 2.800 und 5.500 Euro. Dazu kommen Prüfungsgebühren von 300 bis 500 Euro und Literatur im Umfang von 100 bis 200 Euro.

Günstige Variante: IHK-Lehrgang in Eigenregie oder kompakter Privatanbieter, ca. 2.800 bis 3.500 Euro.

Mittlere Variante: Mittlerer privater Bildungsträger mit solider Betreuung, 3.500 bis 4.500 Euro.

Oberes Ende: Vollzeit-Lehrgang mit intensiver Betreuung und Praktikum, 4.500 bis 5.500 Euro.

Drei typische Wege

Weg 1: Vollzeitlehrgang mit Bildungsgutschein. Für Menschen in Umorientierung. Die Arbeitsagentur übernimmt die Kosten.

Weg 2: Abendlehrgang mit Arbeitgeberbeteiligung. Für Berufstätige, die bereits in der Sicherheitsbranche arbeiten und den Aufstieg wollen.

Weg 3: Fernlehrgang in Eigenregie. Für selbstständig Lernende mit stabilem Arbeitsalltag in einer Region ohne gute Präsenzangebote.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich einen guten Lehrgang?

An konkreten Zahlen zur Bestehensquote, an klarer Prüfungsvorbereitung und an Dozenten mit operativer Branchenerfahrung.

Kann ich den Lehrgang während des Lehrgangs wechseln?

Ja, theoretisch. Praktisch kostet es Zeit und Geld. Besser: vor dem Start sorgfältig entscheiden.

Ist ein Fernlehrgang gleichwertig?

Rechtlich ja – die Prüfung ist identisch. Praktisch stellt er höhere Anforderungen an die Selbstdisziplin.

Wie lange sollte ich für die Auswahl einplanen?

Vier bis sechs Wochen: Informationen einholen, Probetermine wahrnehmen, mit Teilnehmern sprechen, entscheiden.

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